Moin!

Hammer! 27 Jahre hielt der deutsche Rekord über die Marathon Distanz bis Arne Garbius kam ;-).

Nicht umsonst steht vor dem Start/ Zielbereich eine riesen Skulptur mit einem Hammer als Symbol für diese Leistung.

…diesem Mann mit dem Hammer sollte ich im Laufe meines Rennens leider auch noch mal begegnen.

Doch alles der Reihe nach.
Berlin und Köln habe ich erstaunlich gut weggesteckt, aber 2 Tage vor Frankfurt ging es los mit leichten Ohrenschmerzen. Ob das nun der körperlichen Belastung oder der generell grassierenden Grippewelle zuzuschreiben ist vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls wurde es nicht schlimmer und so stand für mich einem Start in Frankfurt nichts im Wege.

Da Frankfurt nur knapp 45 min von uns entfernt ist sind Sven (der endlich die 4 Stunden knacken wollte) und ich direkt Samstag Morgen um 9.30 Uhr los gefahren, um frühzeitig auf der Messe zu sein. Dies erwies sich wieder mal als eine gute Taktik, da es Berichten zufolge am Sonntag Morgen zum Chaos bei der Startnummernausgabe kam weil die Drucker dort kein Spezialpapier mehr hatten. Nach langem hin und her entschied man sich dann die Startnummern auf normales DIN A4 Papier zu drucken, um dann doch noch alle Starter auf die Strecke schicken zu können.

Hier also nochmal der Hinweis: Holt eure Startunterlagen frühzeitig oder lasst euch diese von einem Freund mitbringen, was in den meisten Fällen möglich ist. Leider gibt es in Messe Nähe keine kostenlosen Parkplätze, dafür kommt man vom Parkhaus direkt zur Halle. Die Messe ist um diese Uhrzeit schon gut besucht was wohl auch mit den Programmpunkten zusammen hängen kann. Jan Frodeno, der vor ein paar Wochen die Triathlon Weltmeisterschaft auf Hawaii klar gemacht hat, Flo Neuschwander, welcher den Trans Rocky Trailrun gewonnen hat,…uvm waren zum Interview da. Die Messe ist klar strukturiert. Am einen Ende holt man die Startnummer und am anderen Ende bekommt man den Kleiderbeutel mit den ganzen give aways. Hab ich mich gefreut, als ich da drin eine schöne Box mit Rasierer gesehen habe…zu früh gefreut, Zuhause stellte ich fest, dass es tatsächlich nur die Blechbox war !!! Wer macht denn sowas? Können die ihren Müll nicht selbst entsorgen?

Für Daniel der morgen seinen ersten Marathon läuft bringe ich die Unterlagen mit und habe den Auftrag nach einer alternativen Befestigungsmethode als den Sicherheitsnadeln zu suchen. Es wurden dann 4 Smiley Magnete von denen er beim Lauf dann auch gleich wieder einen verloren hat :-). Ich habe mir auch welche geholt, aber zur Sicherheit doch noch zusätzlich 2 Nadeln verwendet um die Startnummer zu befestigen. Sicher ist Sicher(heitsnadel) ;-). Nach knapp zwei Stunden ging es dann wieder Heim zum Mittagessen.

Raceday:

Mit meiner Frau, David und uns drei Marathonis ( irgendwie gefällt mir dieses Wort nicht, weiß nicht warum) fahren wir um 8 Uhr los Richtung Frankfurt. Alle drei sind furchtbar nervös. Sven, weil er endlich die 4 Stunden knacken will, Daniel, weil es sein erster Marathon ist und er zudem auch noch jeden Moment Papa werden kann, und ich, weil es jetzt ernst wird. Ich wage mich wirklich an das Triple.

Im Parkhaus lösen wir gleich das Tagesticket um spätere Wartezeiten zu umgehen . 12 € finde ich unter normalen Umständen OK, aber an so einem Event hätte man da schon eine Sonderregelung für finden können, zumal es ja fast keine andere Möglichkeit gibt.

Die Kleiderbeutel Abgabe verläuft schnell und ist gut ausgeschildert. Im Startbereich suchen wir vergeblich ein Klo. Das ist der erste Marathon bei dem KEIN Dixi im Startbereich steht. Also schnell noch mal ins Marriott Hotel und dann wird sich auch schon im Startblock „Mövenpick“ mit Blick auf die riesen Skulptur mit dem Hammer eingereiht. Während Sven und ich beschließen gemeinsam die Sub4 zu laufen ist der Novize Daniel nach dem Startschuss nicht zu halten und fiebert der 3:40 entgegen. Mit Cornelia und David ist ausgemacht sie bei Km 1,3,6,9,36 an der Strecke und im Ziel zu sehen. Es ist immer gut zu wissen jemand am Rand stehen zu haben. Ich komme etwas schwerlich in Gang, aber nach 2 Kilometern und noch einem bekannten Gesicht an der Strecke mit dem ich abklatsche läuft es ganz gut. Sven muss mich sogar etwas zügeln damit wir im Plan von ca 5:20er Pace bleiben. Kurz vor der Halbmarathon Marke überholen wir sogar die 3:44 Ballons, aber ab jetzt fängt es an weh zu tun. Ich spüre deutlich wie bei mir die Energie schwindet und die Beine immer schwerer werden. Sven fühlt sich noch gut und möchte versuchen bis km 30 die Geschwindigkeit zu halten. Es wird immer schwerer für mich, doch noch halte ich mit. Erste, kleine Krämpfe machen sich bemerkbar und bei km 32 muss ich abreißen lassen und Sven muss die letzten 10 km alleine durchziehen. So wie er drauf ist und was wir schon an Puffer rausgelaufen haben sollte das locker ausreichen zum finish unter 4 Stunden für ihn. Bei mir geht die Rechnerei mal wieder los. Wenn ich die letzten 10 km noch im Schnitt von 6min/ km laufe, dann schaffe ich es auch noch locker unter der von mir vorgenommen Zeit von 03:58:50.

Der Blick auf die Uhr einen Kilometer später sagt mir jedoch, dass ich leider mit 6:30 er Pace unterwegs bin. Da war er! Am Start habe ich noch so ein schönes Foto mit ihm gemacht und jetzt hat er mich eingeholt. Der berüchtigte Mann mit dem Hammer. Naja, also wird jetzt jeden Kilometer wieder neu gerechnet, aber die km Zeiten werden immer langsamer. Umso motivierender ist es am Rand eine Schulfreundin von früher zu sehen die mir noch mal Mut zuspricht. Ab km 37 geht das große Gekrampfe los. Erst in der Wade. Ich versuche den Laufstil etwas zu ändern, aber dann krampfen die Oberschenkel. Wieder eine Gewichtsverlagerung und dann krampft es am Schienbeinansatz. Egal was ich mache, immer schmerzt es woanders. Noch 3 km. Wenn ich jetzt mit einem 7er Schnitt weiterlaufen kann, wird es auch noch reichen. Für den nächsten km benötige ich dank erneuter Krämpfe 8 Minuten. Ich bin im Tunnel, schaue schon länger nur abwechselnd auf meine Uhr und auf den Boden. Mein linker Oberschenkel macht zu und ich drücke meine Faust fest hinein während ich versuche weiter zu laufen.
„Weiter Manu! Gleich hast du es geschafft!“ ruft es. Ich wundere mich, weil Fremde die mich anhand dem Namen auf der Startnummer anfeuern immer Manuel rufen und nicht Manu. Ich blicke verwundert auf wo das jetzt her kommt und sehe tatsächlich ein bekanntes Gesicht aus Handball Tagen. Danke Sanny, das war der letzte Kick, der mich noch mal alle Kräfte hat mobilisieren lassen. Es ist ja wirklich gleich geschafft und wenn ich noch ein klein wenig zulegen kann kappt das auch noch mit der Zeit.

Auf die Uhr schaue ich jetzt gar nicht mehr. Jetzt geht es nur noch darum den letzten km so gut es eben geht zu Ende zu bringen. Der Einlauf in die Festhalle ist schon toll und als ich nach dem Ziel auf die Uhr schaue und da 03:58:34 steht bin ich doch sehr stolz und erleichtert mein Ziel, wenn auch nur ganz knapp, wieder einmal erreicht zu haben. Und da ich bis jetzt weder Daniel noch Sven gesehen habe, gehe ich davon aus, dass die beiden ihre Ziele auch erreicht haben.

So ist es auch. Bei der Kleiderbeutel Ausgabe treffen wir uns wieder und trotz, dass die beiden hinten raus auch etwas eingebrochen sind hat Sven endlich die 4 Stunden geknackt mit einer 03:56 und Daniel seinen ersten Marathon sogar in 03:55 beendet. Wir alle drei sind sehr zufrieden mit dem Ausgang, auch wenn es mir dieses mal ganz schön weh getan hat.

Ob das jetzt an der Belastung zuvor lag, an einer anfänglichen Erkältung oder sogar an beidem, dass kann ich gar nicht ausmachen. Das erste mal wird mir bewusst was ich meinem Körper überhaupt zumute und ich habe Bedenken, ob es beim nächsten Lauf in New York nicht noch schlimmer wird.

Naja, Versuch macht klug ;-). Wir werden sehen was die nächste Woche bringt und ob ich gut regeneriere.
3/5 –> check 🙂

Keep on running!  😉

Euer Marathon-Manu

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