Zielzeit, die schönste Zeit des Tages! Es war ein kleiner Lauf mit nur 350 Teilnehmern, es war warm, es war mein erster Lauf – aber ich bin übermotivierter 8 Platzierter geworden (Hinweis der Fairness halber: laut meiner eigenen Zählung). Es blieb festzuhalten: Banane und Medaille in der Hand, alles gut!

Vor einigen Tagen war es endlich so weit: Mein erster offizieller Wettkampf hat stattgefunden. Im beschaulichen Dorfe nebenan (Seester) fand der erste Sternenlauf statt. Ungefähr 350 Teilnehmer fanden sich ein, in insgesamt 3 Distanzen anzutreten. Ich habe mich für die 10km angemeldet und war schon sehr gespannt.

Natürlich war ich mindesten 30min vor dem Start da, um noch kurz meine Nummer abzuholen. Und es war richtig toll, das beste Laufshirt in meinem Besitz mit 4 Heftnadeln zu durchstechen und damit zu ruinieren. Und ich fragte mich noch, was der Typ damit meinte, als er sagte: Sie haben ein Nummern-Band mit? Notiz für mich: Kauf Dir ein Nummernband. Bzw. Frage an die werbende Welt: Warum sponsort ihr das nicht. Die Produktionskosten können doch höchsten 20cent sein und ihr würdet viele Läufer glücklich machen.

Ok, machen wir weiter. Das administrative war geklärt. Der Veranstalter sprach ins viel zu dicht vor den Mund gehaltene Mikro Dinge, die bei mir nur einen Bass hinterliessen und dann ging es schon in die Startaufstellung. Wait – da stand ich zufällig ja schon und das sogar in dritter Reihe. Start-Schuss, loslaufen und ab ging’s.

Und da war er wieder: Der Fehler, der mich zu Beginn meines Laufexperimentes schon viel Energie gekostet hat. Ich starte immer zu übermotiviert. So habe ich die ersten 3km mit einer Pace von 4:10min hingelegt. Und während ich so lief, stiftete ein Gedanke „ich kann nicht mehr“ den nächsten Gedanken „kann ich eigentlich aufhören und niemandem etwas davon erzählen“ eine ware Gedankenflut an. Nach einigen inneren Dialogen stand die Entscheidung: Sieh zu, dass Du weiter läufst!

Als dann auch die ersten Feuerwehrstationen mit einer Wasserfontäne kamen, war ich gerettet und wieder in Form. Zu den Platzierungen: Nach dem Start war ich konstant auf Platz 12 (nach eigener Zählung), konnte dann nach und nach einige Plätze im Sprint gut machen, bevor meine innere Krise kam und ich von 2 Läufern wieder überholt wurde. Das war frustirierend! Aber am Ende hab ich mich gefangen, wieder eine gute Pace auf’s Parkett gelegt und dank der Feuerwehr-Erfrischungen in Form der Fontänen konnte ich die Ziellinie dann als Siebter überqueren.

…wäre da nicht dieser über-über-ambitionierte Kollege gewesen, der mich auf den letzten 50m noch mit einem Puma-mäßigen Sprint überholt hat. Naja, acht ist meine Glückszahl und wenn ich in Berlin achter werde, hat sich das Training doch gelohnt 😉

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man in einem Wettkampf sehr viel lernt.

  • Geschwindigkeiten und Energie müssen dosiert werden
  • Die Wasseraufnahme fällt schwer, ohne dabei total doof auszusehen und nass zu werden
  • Überholt werden ist doof
  • Es gibt noch den ein oder anderen Euro, den man in Gadgets investieren könnte

Für’s Protokoll: Meine Zielzeit 43:22min – für den erster Zehner doch ganz zufriedenstellend. Jetzt kann der Halb-Marathon in Blankenese kommen.