Der Frankfurt-Marathon gilt als letztes großes Highlight der deutschen Lauf-Saison. Wir haben wieder einigen Menschen den Start ermöglicht und von einigen anschließend Nachricht bekommen. Vielen Dank allen Einsendern und viel Vergnügen allen Lesenden!

Oliver aus Karlsruhe schrieb:

Aus einer fixen Idee wurde ernst: Nachdem ich vorher noch nie einen Marathon gelaufen bin (bisher nur die Halbdistanz) hatte ich genau 20 Tage zur Vorbereitung auf die 42 Kilometer -eigentlich nur 10 Tage, denn die letzten 10 Tage sind ja für die Regeneration reserviert.

Also lief ich am Sonntag, den 27.10.13 los. Mit dem Startschuss waren dann schnell alle Zweifel beseitigt, ob ich durchkomme oder nicht, denn das war mein einziges Ziel. Als ich dann bei Kilometer 25 war, merkte ich, dass da noch was geht und ich zog das Tempo an. Bis zum Ende konnte ich das Tempo immer weiter steigern und war in der zweiten Hälfte dann auch deutlich schneller als in der ersten. Mit der Gesamtzeit von 4:09 Stunden war ich dann als „Anfänger“ mehr als zufrieden. Dieser Lauf war eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben und ich habe in den vier Stunden viel über mich selbst gelernt.

 

Eycke aus Germersheim schrieb:

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nie wieder einen Marathon zu bestreiten, das Angebot nach Südamerika zu fliegen [wo Eycke der Militärmeisterschaft in Suriname teilnehmen wird, d. Red.] war jedoch unwiderstehlich. Mein Training gestaltete ich also wie folgt: Im Frühjahr startete ich mit der Grundlagenausdauer von 100 Km/ Woche bis zu 160 Km/ Woche, hinzu kamen Intervall- und Tempoläufe. Leider ist nicht alles so reibungslos wie noch vor 20 Jahren verlaufen. (…) Nun stehe ich zu meinen 44. Geburtstag hier in Frankfurt am Start und nutze diesen als Vorbereitungslauf, mit dem Ziel 3 Stunden kontrolliert zu laufen. (…) Es war natürlich wieder mal zu schnell und (…) nach 5Km habe ich entschieden unter 2:50 h zu laufen. Ich war wahnsinnig dankbar für das Geschehen an der Strecke und habe es in vollen Zügen genossen, die vielen Bands, Kinder und Vereine haben uns ganz schön motiviert, Danke an Euch alle. (…)

Nun kam der Km 36, noch war alles gut, bis ich dann auf eine Leinwand schaute und die erste Frau bei 2:22 h ins Ziel laufen sah, „hallo!“ Ich bin nicht gerade langsam und habe noch 6 Km vor mir, ich gebe zu der Neidfaktor war sehr groß aber diese Leistung verdient meinen absoluten Respekt, ganz zu schweigen von den 2:06 h der Männer (jeder Km unter 3:00min!).

Ich war dennoch mit mir im Reinen und habe bisher in dieser Woche mit 110 Trainingskilometer in den Beinen ordentlich trainiert und immer noch konnte ich klar denken. „Der Mann mit den Hammer!“ schien mich vergessen zu haben! (…) Nach 2:48 h war es dann soweit es tat sich vor mir ein roter Teppich auf und ich riss die Arme hoch, von oben kam Glitter entgegen geflogen, ich fühlte mich wie ein Sieger und das waren an diesem Tage wohl alle die ins Ziel kamen, egal in welcher Zeit. Für mich war es das schönste Geburtstagsgeschenk überhaupt, danke an Wobenzym.

 

Christian aus Langenselbold schrieb:

10:00 Uhr ich begab mich in meinen Startblock. Hier ging die Zeit unglaublich langsam rum. Immer der Blick auf die Uhr wann geht es endlich los. So allmählich kam der Wind immer stärker und stärker. Der Himmel wurde immer mehr bedeckter….

10:25 Uhr: Der Countdown begann…die Spitzenläufer wurden vorgestellt….

10:28 Uhr: Nun lasst mich endlich laufen, laufen, laufen….Puls gefühlte 190 :).

10:30 Uhr: Es geht looooooooooooooooooooos……..Die jagt nach meiner persönlichen Bestzeit zwischen 3:00 und 3:05 beginnt.

[Red.: Leider lief es für Christian nicht ganz wie geplant. Bereits nach wenigen Kilometern machten sich überraschend Schmerzen in den Beinen bemerkbar]

Dieser Lauf war geprägt von einem Kampf gegen sich selbst und das Aufhören. Aufhören??? Schrieb ich gerade aufhören?? JAAA diesen Gedanken hatte ich zeitweise bei km 25 und 35. Doch irgendwie packte mich das Kämpferherz und ich  lief irgendwie weiter.  Ich musste an jeder Verpflegungsstelle was zu mir nehmen. Auch so was kannte ich von mir selbst gar nicht. Eigentlich teile ich mein Rennen gut ein mit der Versorgung. (…) Da mir jetzt meine Zeit sowieso Sch… egal war, hab ich meine Marschtabelle vom Handgelenk gerissen und kämpfte mich immer weiter und weiter. Teilweise führte ich Selbstgespräche oder dachte an was Schönes ( an ein Schnitzel mit Jägersoße oder an einen eiskalte Mezzo Mix ). (…)

Der letzte KM. PUHHHHHHHHH Gegendwind wie SAU!!!! Egal noch 2 Kurven dann hast du es Geschafft. Reiß dich zusammen. Tunnelblick und durch. Endlich die letzten paar Hundert Meter. Jasmin stand da :). Jawoll ja. Ab durch den Tunnel und genieß irgendwie den Moment….. Mann o Mann geschafft. Irgendwie  geschafft. Ich wollte es nur noch schaffen. Die Uhr stand dann auf 3:27:10. Somit meinen 5ten Marathon gefinisht. (…)

Jeder Marathon ist was besonderes und nicht immer kann man eine Bestzeit erzielen. Wenn der Kopf nicht fokussiert ist und nur noch mit sich kämpft dann wird es einfach schwer.  Marathon ist nicht nur laufen sondern auch eine ganz große Mentale Willenskraft. Dies konnte ich jetzt bei diesem Marathon lernen und spüren :). Wenn man den Willen hat und an sich glaubt dann schafft man es doch irgendwie ins Ziel!!!