Marathoni Nik hat sich auf EnzymKraft einen Startplatz beim Bonn-Marathon geschnappt. Hier sind seine Eindrücke von der Stecke.

Hallo liebes Wobenzym Team,

aus gegeben Anlass möchte ich die ersten Gedanken den Opfern des Anschlages auf den Boston Marathon widmen. Meine Trauer gilt den Verstorbenen dieses gemeinen Anschlages und mein Mitgefühl den Verletzten und den Angehörigen der Betroffenen.

Ich hoffe, dass sich Läufer und Zuschauer die Freude und den Enthusiasmus am Marathon durch solche Taten nicht nehmen lassen.

Marathonbericht:

Der Start verlief in großer Hektik. Irgendwie war niemand so richtig klar wie gestartet wird. Die Elite vorab war ja klar aber dann? Die Läuferinnen und Läufer des Schulmarathons wurden an den Start geführt und der Rest der Marathonmeute dahinter. Sichtlich wohl hatten die Kids sich nicht gefühlt  – mit den voll Adrenalin gepumpten ambitionierten Marathonis  im Rücken.  Und so kam es dann auch, dass der Bonn Marathon mit einem Hindernis-Parcours begann.

Nach dem ersten Passieren der Kennedybrücke war die Hektik dann verflogen. Auf dem Weg zum ersten Wendepunkt auf der Bonn Beuel’er Seite stellte sich dann das gewünschte Renntempo ein. Bei leichtem kühlem Gegenwind konnte ich mich dann auch eine wenig das Umfeld genießen. Bei der Wende kam auch schon der erste Verpflegungspunkt. Eigentlich noch kein Durst aber schon mal was für später trinken. Gegen Mittag sollte die Sonne ja rauskommen und die Temperaturen steigen.

Vom Wendpunkt aus zurück zur Kennedybrücke kam der Wind von hinten. Diese Kilometer vielen deutlich leichter und die Stimmung stieg. Es sollte sich herausstellen, dass dieses Wind-Wechselspiel noch häufiger vorkommen wird … und Folgen haben wird. Nach dem 2.ten überqueren des Rheins ging es dann an dem selbigen entlang, die Nase im Wind, bis zum zweiten Wendepunkt in der Rheinaue. Landschaftlich war dieser Abschnitt reizvoll doch Unterstützung hatte man hier nur von vereinzelten Marathonfans erfahren. Es deutete sich an, dass die zweite Runde ein einsamer Kampf gegen den Wind, die Uhr und den inneren Schweinehund wird.

Einige Sehenswürdigkeiten wie der Lange Eugen, der Post Tower sowie die Villa Hammerschmitt verkürzten den Rückweg zur Innenstadt und die Zuschauerunterstützung wurde zur City hin immer besser. Leider verlief die Überschreitung der Halbmarathonmarkierung relativ unspektakulär. Einige Läufer schauten auf Ihre Uhr und sich dann gegenseitig fragend an. Die Überwindung der erst Hälfte des Marathons sollte gebührender gestaltet werden, denn ab hier beginnt der Marathon und man läuft gegen die Volldistanz.

In der zweiten Runde war die Strecke bekannt, die Reaktionen im Körper aber noch nicht. Die dritte Überquerung der Kennedybrücke war schon anstrengender und hinterließ Spuren. Vor allem auf der Uhr. Die verlorenen Sekunden mussten aufgeholt werden. Aber wo ? Wie eingangs erwähnt war zum ersten Wendepunkt hin Gegenwind. Also dann noch etwas Ruhe bewahren und auf dem Rückweg zur Brücke wieder etwas schneller werden. Gesagt getan kostete dieses Manöver allerdings sehr viel Kraft. Die schnellen KM im höheren Kilometerbereich taten richtig weh. So kam es, dass ich bei der vierten Überquerung der Kennedybrücke mein geplantes Renntempo nicht mehr halten konnte. Apropos Kennedy, war der nicht Berliner? Auch die Erholung in der Abwärtspassage reichte nicht aus um Körper und Geist auf die noch ausstehenden 12 KM einzustellen. Das war einfach noch zu weit.

Etwas resigniert reduzierte ich mein Lauftempo auf ein verträgliches Pulsniveau und genoss den Sonntagslauf am Rhein entlang. Der Wind war nicht mehr störend. Im Gegenteil, er kühlte schön und trocknete den Schweiß. Der Rest des Marathons verlief dann ruhig.

Vor dem Wendepunkt bei KM 36 winkte ich noch einmal dem 3:00 Stunden Zugläufer zu. Der war allerdings schon auf dem Rückweg und hatte schon einige hundert Meter Vorsprung. Schade war, dass nur ganz wenig Läufer in diesem Bereich der Strecke unterwegs waren. So konnten keine Allianzen für die letzten Kilometer geschmiedet werden. Dafür wurde ich aber mit einem herzlichen Empfang am Ziel des Bonn- Marathon belohnt. Das jubelnde Publikum entlang des Zielkanals schaffte es meine Stimmung wieder zu heben, so dass ich mit dem Lauf doch gut abschließen konnte. Im Herbst greife ich wieder an.

Mein Bonn Fazit:

Der Bonn Marathon ist für Läufer, die nicht unbedingt den großen Event suchen. Die Streckenführung ist abwechslungsreich und mal abgesehen von der Kennedybrücke, die man gleich viermal überwinden muss, nicht so anstrengend.

Die Versorgung entlang der Strecke ist super organisiert und die Helfer tun ihr bestes. Belohnt wird man nach 42 Km mit einem wunderschönen Zieleinlauf durch einen Korridor jubelnder Fans. Besonders zu erwähnen ist die unkomplizierte Organisation des Bonn-Marathons und die individuelle Betreuung bei Fragen und Problemen. Rundum ein sehr schöne Alternative, wenn man nicht gerade einen Marathonhighlights wie Berlin, Hamburg oder FFM sucht.

Nochmals vielen Dank für den Startplatz in Bonn.

Nik