Nomen est omen! Nicht von ungefähr wurde die dickste und stärkste Sehne des menschlichen Körpers nach jenem Helden benannt, der genau dort seine einzige Schwachstelle hatte. Denn auch heute noch bringt sie manch einen ambitionierten Läufer im wahrsten Sinne des Wortes zu Fall. Die Rede ist natürlich von der Achillessehne. Glaubt man aktuellen Studien, so sind Achillessehnenbeschwerden der häufigste Überlastungsschaden bei Läufern.
Die Achillessehne setzt am Fersenbein (Calcaneus) an und ist die Vereinigung der drei Wadenmuskelanteile, dem Schollenmuskel (M. soleus), dem zweiköpfigen Zwillingsmuskel (M. gastrocnemius) und dem Spanner (M. plantaris longus)  der kräftigen Bindegewebsplatte der Fußsohle (Plantaraponeurose). Umgeben von einem feinen, vielschichtigen Gleitgewebe überträgt sie die Kontraktionskraft der Wadenmuskulatur auf das Fersenbein. Dadurch sorgt die Sehne dafür, dass der Fuß beim Abdruck vom Boden im Sprunggelenk gebeugt und etwas nach innen gedreht (supiniert) wird. Der Achillessehnenansatz an der Ferse ist eine der am stärksten belasteten knöchernen Regionen des menschlichen Körpers. Beim Laufen wirken bei jedem Schritt enorme Kräfte auf die Achillessehne, die das 10-fache des Körpergewichtes überschreiten können. Bei Sprungbelastungen entstehen sogar noch weit höhere Kräfte. Die meisten Beschwerden treten am Gleitgewebe oder im schlecht durchbluteten mittleren Drittel der Achillessehne auf.
Der folgende Artikel informiert über Symptome, Ursache, Physiologie, Diagnostik, Therapie und Prävention von Achillessehnenbeschwerden.

1) Symptome

Achillessehnenbeschwerden treten  als diffuse, dumpfe oder stechende Schmerzen vor allem nach dem Aufstehen (Anlaufschmerz) im Bereich der Achillessehne auf, häufig jedoch direkt am Sehnenansatz, am Fersenbein. Der Grund hierfür ist, dass die Füße im Schlaf in der Regel in der Spitzfußstellung sind – also die Zehen nach „unten“ gestreckt, Fersen angezogen. Direkt nach dem Aufstehen wird die Achillessehne beim Auftreten dann besonders angespannt.  Anfangs verschwindet der Schmerz in der Regel noch unter Bewegung bzw. Belastung. Eine verhärtete untere Wade sowie Schmerzen bei direktem Druck auf die Achillessehne sind ebenfalls ein häufiges Symptom. Schmerzen können jedoch auch während oder nach längeren intensiven Belastungsphasen, beispielsweise beim Joggen, entstehen. Eine Einschränkung der Beweglichkeit des Sprunggelenks beim Anziehen des Fußes tritt bei progressivem Verlauf von Achillessehnenbeschwerden auf. In seltenen Fällen können sich Rötung und Erhitzung im entzündeten Bereich zeigen. Bei chronischem Verlauf (Beschwerdedauer länger als sechs Monate) erzeugt das vernarbte Gewebe eine tastbare Knotenbildung. Liegt eine akute Reizung vor, ist beim Heben und Senken des Fußes ein Knirschen direkt über der Sehne zu ertasten. Bei chronischer Reizung zeigt die Achillessehne in ihrer Mitte oftmals eine kolbenförmige Auftreibung.

2) Ursachen

Eindeutige Ursachen von Achillessehnenbeschwerden, die Anzeichen für eine Achillodynie bzw. Achillessehnenentzündung sein können, sind trotz intensiver Forschungen bis heute nicht explizit bekannt. Dennoch gibt es verschiedene mögliche Ursachen:
Laufschuhe: Vielfach treten Achillessehnenbeschwerden bei falsch gewählten oder schlecht sitzenden Laufschuhen auf.  Eine übertriebene Dämpfung kann ein starkes Abkippen der Ferse provozieren. Eine zu hoch nach oben gezogene Fersenkappe kann ebenfalls der Auslöser einer Reizung sein. Bei jedem Schritt reibt die Fersenkappe ganz leicht an der Sehne. Aber auch abgelaufenes Schuhwerk oder der Wechsel der Schuhe kann zu Achillessehnenbeschwerden führen.

Fußfehlstellungen (Senkfuß, Knickfuß, Plattfuß, Spreizfuß, Hohlfuß):
Als Senkfuß bezeichnet man eine Abflachung des Längsgewölbes von der Ferse zum Vorderfußballen. Typischerweise knickt der Fuß ein und der Knöchel steht auf der Innenseite heraus (Knickfuß). Diese beiden Fußfehlstellungen treten häufig in Kombination auf. Tritt eine Verschlechterung des Zustands ein, liegt das Längsgewölbe komplett am Boden auf (Plattfuß). Unter Spreizfuß wird ein Auseinanderweichen der Knochen des Mittelfußes verstanden. Im Laufe der Zeit kommt es durch die Absenkung des Fußquergewölbes zu Beschwerden mit Verbreiterung des Vorfußes. Unter einem Hohlfuß versteht man eine Fußdeformität, bei welcher der Fuß eine verstärkt ausgeprägte Fußlängswölbung aufweist. Manche Läufer haben zudem mit einer Überpronation, also einem starken Abkippen des Fersenbeins nach oben, zu kämpfen. Wenn bei Fußfehlstellungen nicht therapeutisch oder orthopädisch eingegriffen und die Ursache behandelt wird, kommt es meistens zu Schmerzen und Abnutzung in den Füßen und später in anderen Gelenken. Zu befürchten sind im Laufe des Lebens Überlastungsschmerzen der zu schwachen Fußmuskulatur. Diese verschiedenen Fußfehlstellungen können zu Achillessehnenbeschwerden führen.

Allgemeine Trainingsfehler/-risiken:
a) Zu hohe Trainingssteigerung: Wenn man sein Training zu schnell steigert, trainiert der Bewegungsapparat immer in seinem Grenzbereich. Ein zu schnelles Lauftempo, v.a. bei hohem Körpergewicht, belastet die Achillessehne übermäßig.

b) Falscher Laufuntergrund: Läufe auf hartem Untergrund (Beton, Asphalt, Tartanbahn etc.) oder auf unebenem Untergrund (Sand, gewölbte Straße, Wald etc.) belasten die Achillessehne übermäßig stark.

c) Ruckartige Belastungsanforderungen: Plötzliche Sprints, Sprünge oder Abstopp-Bewegungen fordern die Achillessehne drastisch.

d) Berg-/Tempotraining: Tempo- und Bergläufe üben eine erhebliche Belastung auf die Achillessehne aus.

e) Fehlendes Ausgleichstraining: Laufen bedeutet immer ein Zusammenspiel verschiedenster Muskeln, Sehnen und Bänder. Gerade für die Achillessehne ist ein Dehnen der Wadenmuskulatur enorm wichtig.
Verkürzte Wadenmuskulatur: Die geringe Dehnbarkeit der Sehne führt dazu, dass Stöße bei Belastung vor allem von der Unterschenkelmuskulatur aufgefangen werden müssen. Ist der Wadenmuskel durch falsche Laufschuhe, Fußfehlstellungen oder zu hartem Training dauerhaft verkürzt (muskuläre Dysbalance), kann das eine erhöhte Vorspannung der Achillessehne hervorrufen. Die stärksten Belastungen können daher nur noch eingeschränkt abgemildert werden.

3) Pathophysiologie:

Achillessehnenbeschwerden sind nicht gleich Achillessehnenbeschwerden, sondern können sich natürlich in unterschiedlichen Krankheitsbildern äußern, je nach Verlauf, Auslöser oder genauem Schmerzort.

Entzündungen der Sehne oder des Sehnengleitgewebes
a)    Typisch hierfür ist der ausgeprägte Druckschmerz an der Innenseite des unteren Sehnenabschnittes, sobald die Sehne mit Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt wird. Eine markante Verdickung der Sehne in diesem Bereich, verglichen mit den verletzungsfreien Regionen, tritt ebenso häufig auf.  Im Unterschied zu Verdickungen des Sehnengleitgewebes, bewegt sich die Verdickung bei betroffenen Sehnen beim Beugen und Strecken des Fußes nach oben und unten.
b)    Liegt  keine Schwellung/Verdickung vor, sind wahrscheinlich die inneren Gleitschichten entzündet, die sich zwischen den Sehnenfaserbündeln im Inneren der Sehne befinden.

Ansatztendinose der Achillessehne
Hierunter versteht man eine Entzündung des Überganges der Sehne in den Knochen. Verkalkungen innerhalb der Sehne, hervorgerufen durch die chronische Entzündung, können permanente Einschränkungen evozieren.

Haglund-Exostose
Ein knöcherner Vorsprung an der Oberkante des Fersenbeins verursacht  eine mechanische Irritation der Sehne. Diese bewirkt einerseits  ein stetes Knochenwachstum, sowie andererseits die Entstehung von Narbengewebe. Die Folgen sind eine zunehmende Verdickung der Ferse und ein wahrscheinlicher Anstieg der Beschwerden.  Häufig entzündet sich zudem bei der Haglund-Exostose der Schleimbeutel.
Degenerative Achillessehnenerkrankungen
Natürlicher Verschleiß und Abnutzung der  Sehnenhülle (Paratenon) oder der Achillessehne selbst führen im Alter zu Schmerzen, wobei vor allem der mittlere Sehnenanteil in Mitleidenschaft gezogen wird.

Schleimbeutelentzündung
Ein deutliches Ödem (Schwellung) mit spürbarer Flüssigkeitsanlagerung signalisiert meist die betroffene Stelle des Fersenbeines. Zudem treten Rötung und Überwärmung als typische Entzündungszeichen auf.
Überlastungsreaktion Fersenbein
Die Überlastungsreaktion des Fersenbeinknochens geht einher mit  Flüssigkeits-einlagerung und Störung seiner trabekulären Struktur (Knochenbälkchen).

4) Diagnose

Eine Achillodynie bereitet selten Probleme bei der Diagnose. Mit den folgenden Mitteln kann der Orthopäde den Zustand der Achillessehne diagnostizieren  und in ihren Verlauf erfassen:

Direkte körperliche Untersuchung und Befragung des Patienten
Mit einer direkten körperlichen Untersuchung der betroffenen Achillessehne kann eine Achillodynie diagnostiziert werden. Bei der körperlichen Untersuchung überprüft der Orthopäde insbesondere die meist schmerzhaft verdickte Sehne. Bei chronischer Reizung wird oft eine kolbenförmige Auftreibung in der Mitte der Achillessehne festgestellt. Eine entzündliche Irritation des Sehnenansatzes an der Ferse ist ebenfalls ein wichtiges und eindeutiges Krankheitszeichen der Achillodynie. Ist die Reizung akut, ist beim Heben und Senken des Fußes ein Knirschen direkt über der Sehne zu ertasten. Mittels der Anamnese (Untersuchungsgespräch) werden die weiteren Diagnosen gestellt. Vor allem frühere Verletzungen im Fußgelenk sind hierbei für den behandelnden Sportarzt von Interesse.

Moderne Untersuchungsmethoden zur exakten Diagnose

a)    Ultraschall
Liegt eine Verdickung der Achillessehne oberhalb des Fersensporns vor, ermöglicht eine Ultraschalluntersuchung die Identifikation der verdickten Achillessehnenregion sowie die elastizitätsmindernde Bindegewebseinlagerung infolge der Entzündung. Somit kann Ultraschall die Diagnose verifizieren und den Fortgang der degenerativen Veränderung der Achillessehne besser bestimmen.
b)    Röntgenuntersuchung der Achillessehne und des Fersenknochens
Um eine knöcherne Verletzung des oberen Fersensporns auszuschließen, ist eine Röntgenuntersuchung hilfreich. Ist eine Verletzung des Knochens ausgeschlossen, ist es möglich den Befund exakt auf die Achillessehne zu beschränken. Zudem wird eine Verkalkung des Achillessehnenansatzes im Röntgenbild gut sichtbar. Allerdings können häufig nur geringe Veränderungen auf den üblichen Röntgenaufnahmen festgestellt werden, die auf eine Achillessehnenerkrankung schließen ließen. Eine Ausnahme bilden die knöchernen Veränderungen bei der Haglund-Exostose sowie die Progression der Verkalkungen bei der Ansatztendinose.
c)    Kernspintomografie
Für eine exakte Bestimmung der Lage und Art von Teilrissen der Achillessehne eignet sich eine kernspintomographische Untersuchung der Achillessehne, die Bindegewebe und Weichteile deutlich abbildet. Eine chronische Tendopathie äußert sich  durch eine im Umfang verdickte, spindelförmig aufgetriebene Achillessehne. Die Sehne zeigt häufig ein lineares oder zystisches Gebiet mit einer hohen Signalintensität, die auf eine Kombination von degenerativen Veränderungen und einem partiellen inneren Riss der Fasern zurückzuführen ist.

5) Therapie
Die Therapie richtet sich natürlich nach dem entsprechenden Krankheitsbild. Keine Einigkeit besteht bezüglich der Erfolgsaussichten bei Achillessehnenbeschwerden, sodass im Folgenden diverse Behandlungsmöglichkeiten dargestellt werden.
Grundsätzlich gilt, dass der wichtigste Behandlungsansatz ein konsequentes Dehnen und Stärken der Achillessehne (sog. exzentrisches Trainingsprogramm) ist. Verschiedene wissenschaftliche Studien bestätigen die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode. Jüngere Studien besagen, dass der therapeutische Effekt der Methode vor allem darauf basiert, dass es zu einer Verhinderung von unkontrollierten Gefäßneubildungen kommt, der Neovaskularisation.

„Für Athleten mit einem hohen Trainingspensum gehören Dehnen und Stretching definitiv zur Trainingsgestaltung. Die sehr hohe Beanspruchung des Muskelgewebes erfordert neben Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining auch entsprechende Beweglichkeitsübungen, um eine kontinuierliche Leistungsverbesserung zu erreichen. Wie hoch der Anteil des Flexibilitätstrainings ausfällt, ist individuell zu gestalten. Denn aus anatomischer Sicht gibt es große Unterschiede, wie beweglich ein jeder von uns ist. Vor allem Athleten, die häufig an Sehnen, Bändern oder Muskelverletzungen leiden, profitieren stark vom regelmäßigen Dehnprogramm.“ (Uli Nieper, Sportorthopäde und Triathlet)

Für das exzentrische Training gibt es verschiedene Varianten, wobei die Grundstellung immer dieselbe ist: Man steht lediglich mit dem Vorfuß/Fußballen auf einer Erhöhung, z.B. einer Treppenstufe. Da man bei den Übungen relativ leicht das Gleichgewicht verlieren kann, sollten Stabilisationshilfen, beispielsweise ein Treppengeländer oder eine Wand in der Nähe sein. Im Folgenden werden zwei  Ausführungsmöglichkeiten dargestellt.

1)    Mit Hilfe des verletzungsfreien Beins werden die Fersen angehoben und anschließend das Gewicht langsam auf das verletzte Bein verlagert. Mit durchgedrückten Knien die Fersen vorsichtig senken und in dieser Dehnposition 20-30 Sekunden bleiben, bevor das Bein gewechselt wird. Nun unter Einsatz des unverletzten Beins zurück in den Zehenstand gehen und das Knie des betroffenen Beins beugen sowie dessen Ferse allmählich nach unten gleiten lassen und erneut 20-30 Sekunden in der Position verharren. Die Übung mit durchgestreckten und gebeugten Knien zwei Mal täglich mit jeweils drei Sätzen zu je 15 Wiederholungen über 12 Wochen durchführen.

2)    Grundsätzlich sollte man die folgende Übung immer nur mit einem Bein durchführen. Allerdings muss man die Schmerzbelastung beachten. Ist diese zu hoch, sollte man zunächst zweibeinig mit dem Training beginnen. In der Grundstellung geht man in einen möglichst hohen Zehenstand und hält diesen etwa zwei Sekunden. Danach den Fuß so weit wie möglich senken und ebenfalls für zwei Sekunden in der Position bleiben. Diesen Ablauf 15 Mal wiederholen und anschließend das Bein wechseln. Am Tag sollte man sechs Durchgänge durchführen. Auch bei dieser Übung sollte sich nach 12 Wochen eine deutliche Verbesserung einstellen.
Anfangsschmerzen sowohl an der Achillessehne als auch in der Wadenmuskulatur sind bei beiden Ausführungen nicht unüblich.  Davon sollte man sich also nicht irritieren lassen, sondern das Training über die angegebene Zeit durchhalten. Der Schlüssel zum Erfolg ist die konsequente Übung durch den Patienten selbst. Eine begleitende physiotherapeutische Therapie ist zu empfehlen, um  einen optimalen Heilungsverlauf zu gewährleisten.

Eigenständige Behandlungen bei Achillessehnenbeschwerden

–    Treten Achillessehnenbeschwerden auf, sollte man zunächst sein Laufpensum einschränken oder vollständig einstellen. Trainiert man trotz Achillessehnenbeschwerden und -schmerzen mit der gleichen Intensität weiter, sind eine Steigerung der Schmerzen zu erwarten und damit eine Verlängerung der erforderlichen Laufpause um mehrere Wochen. Nach ein paar Tagen Sportpause sollte man anstatt eines intensiven Lauftrainings mit Radfahren, Skaten oder Aquajogging beginnen.
–    Eine vollständige Ruhigstellung der Achillessehne führt in der Regel nicht zum Ziel. Jedoch ist es möglich, mit einer vorübergehenden Absatzerhöhung von 0,5 bis 1,5 cm die Achillessehne teilweise zu entlasten.
–    Innerhalb der ersten 24 oder 48 Stunden sollte man die betroffene Achillessehne jeweils für 20 Minuten mehrmals täglich mit Eis kühlen. Empfehlenswert sind zudem das Auftragen entzündungshemmender Salben, Quarkpackungen oder Kohlwickel.
–    Schmerzen in der Achillessehne sind ein Warnsignal  und signalisieren, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Manchmal ist es nur das harte Training vom Vortag, das die Beschwerden ausgelöst hat. Spürt man allerdings wiederholt Schmerzen in der Achillessehne, ist das ein mögliches Zeichen für eine Achillessehnenentzündung. Mikrotraumata auf Grund von Training treten im Gewebe oft in Verbindung mit Entzündungen auf. Unbehandelt enden diese nicht selten in langwierigen und schmerzhaften Überlastungsschäden. Daher müssen die (Kleinst-) Verletzungen so früh wie möglich therapiert werden. Eine schon beim ersten Schmerz eingesetzte Enzymtherapie, beispielsweise mit dem apothekenpflichtigen Enzymkombinationspräparat Wobenzym® plus spürt Entzündungen auf, aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers und beschleunigt den Heilungsprozess.

„Mit der Einnahme eines Enzymkombinationspräparats wird schon nach kurzer Zeit eine deutliche Schmerzlinderung erzielt. Damit vermeidet der Sportler einen längeren Trainingsausfall und kann effektiver und gesünder trainieren.“ (Uli Nieper, Sportorthopäde und Triathlet)

–    Ist der akute Schmerz erst einmal unter Kontrolle, sollte man anschließend durchblutungsfördernde Maßnahmen einleiten. Dies regt die Selbstheilung des Gewebes an. Ratsam sind beispielsweise Wärmepackungen, Wechselbäder oder die sogenannte Eislolly-Behandlung (Eisabreibungen für 10 -12 min.).
–    Sechs bis acht Wochen dauert es üblicherweise, bis sich eine lädierte Achillessehne erholt. Zu beachten sind hierbei aber die individuellen Voraussetzungen, die den Heilungsverlauf wesentlich beeinflussen. Zeigt sich nach einer zweiwöchigen Selbstbehandlung kein Genesungsprozess, sollte unbedingt ein Orthopäde aufgesucht werden.
–    Mit dem  Lauftraining sollte erst wieder begonnen werden, wenn  das Laufen keine Schmerzen verursacht und  diese auch nicht auftreten, wenn man die Achillessehne mit Daumen- und Zeigefinger zusammendrückt.
–    Das Tragen einer sogenannten Airheel Brace erzeugt durch zwei verbundene Luftpolster, die sich unter der Ferse und über dem Fersenbein befinden, bei jedem Schritt eine pulsierende Kompression und damit einen ausgeprägten lokalen Massageeffekt. Die Airheel Brace wird tagsüber ohne Unterbrechung getragen.

Behandlungen durch Arzt

Akute/Chronische Achillessehnenerkrankungen

a)    Nicht-operativ
–    Für eine optimierte Stoffwechselsituation an der Sehne können Querfriktionen, lokale Massagen, Ultraschall, Reizstrom, Laser etc. angewendet werden, um somit den Genesungsprozess zu unterstützen.
–    Zu den konservativen Heilverfahren zählt auch die Stoßwelle. Ihr therapeutischer Effekt wurde zwar noch nicht mit Gewissheit festgestellt, aber es wird eine Erhöhung der Stoffwechselaktivität der Sehne sowie eine Verminderung der Sensitivität der Schmerzrezeptoren vermutet.
–    Degenerative Sehnenerkrankungen treten häufig in Verbindung mit  Anomalien in der Gefäßentwicklung innerhalb der Sehne auf. Möglicherweise könnte eine Verödung dieser Gefäße die Beschwerden erleichtern, allerdings sind nachhaltige Risiken für die Durchblutung und Stabilität der Sehne nicht gänzlich auszuschließen.
–    Gezielte Krankengymnastik soll muskuläre Dysbalancen ausgleichen und das eigenständige Dehnen begleiten.
–    Des Weiteren kann eine Infiltrationsbehandlung (Spritzen) in das Gleitgewebe den Heilungsverlauf unterstützen, wobei prinzipiell nur  biologische  Medikamente verwendet werden sollten. Eine Cortisonbehandlung ist lediglich bei einer akuten Entzündung  und nur im Einzelfall angebracht.
–    Weitere konservative Behandlungsmethoden sind Röntgenreizbestrahlung, Akupunktur oder kinesiologisches Taping.
–    Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen können ebenfalls zu einer Abschwächung der Schmerzen führen. Eventuelle  Nebenwirkungen im Magen-Darm- und Herz-Kreislaufbereich sind allerdings äußerst aufmerksam zu beobachten.
–    Enzymtherapie: Enzyme unterdrücken im Gegensatz zu den gängigen Schmerzmitteln die Entzündung nicht, sondern fördern eine schnellere Ausheilung. Bei Überlastungsschäden und traumatischen Sportverletzungen empfiehlt sich daher die Einnahme eines Enzymkombinationspräparates wie Wobenzym® plus. Diese Arzneimittel enthalten die entzündungshemmend wirkenden Enzyme Bromelain und Trypsin sowie das Flavonoid Rutosid in hohen Konzentrationen. Studien besagen, dass Enzymkombinationspräparate im Vergleich zu klassischen Schmerzmitteln eine gleichwertige Wirkung besitzen. Sie sind aber deutlich besser verträglich – ein wichtiger Hinweis für die Langzeitanwendung bei chronischen Erkrankungen.

b)    Operativ
–    Führt die  die konservative Behandlung nicht zum Erfolg, könnte eine Operation eine mögliche Option sein. Bei einem operativen Eingriff werden das chronisch gereizte Sehnengleitgewebe oder auch geschädigte Sehnenanteile entfernt, um so einen regenerativen Gewebeaufbau zu gewährleisten.
–    Bei Verkalkungen in der Sehne, bewirken diese Kalkstückchen eine permanente Reizung. In einer Operation werden die Verkalkungen entfernt.
Studien belegen zudem, dass eine schnell eingesetzte Enzymtherapie die Heilungsdauer nach Operationen verkürzt und auch der Schmerz deutlich schneller reduziert wird.

„Akute Verletzungen haben immer Entzündungen zur Folge, sie gehen Hand in Hand. Eine gezielte Behandlung des Entzündungsherds ist deshalb ebenso wichtig wie die Therapie des beschädigten Gewebes selbst. Hier kann sich entscheiden, wann der Sportler wieder das Training aufnehmen kann.“ (Uli Nieper, Sportorthopäde und Triathlet)

Sonderfall: Haglund-Exostose an der Achillessehne
Die Ursache für eine  Haglund-Exostose ist  mechanischer Natur. Dabei reibt der  prominente Knochen des Fersenbeins an der Sehne.
–    Die Schuhe werden entsprechend der Form der Ferse individuell gefertigt.
–    Der Knochenvorsprung wird einem operativen Eingriff abgetragen. Zudem kann synchron der entzündete Schleimbeutel extrahiert werden.

6) Prävention

Um Achillessehnenentzündungen und einer Achillodynie bereits im Vorfeld zu umgehen, sollte man Fehl- und Überbelastungen beim Sport vermeiden. Konkret bedeutet das:
Kräftigung und Dehnen der Wadenmuskulatur: Für eine einwandfreie Leistungsfähigkeit der Achillessehne ist eine elastische und  stabile Wadenmuskulatur unentbehrlich. Hierfür eignen sich spezielle Kräftigungs- und Dehnübungen für die Unterschenkelmuskulatur, die nach Möglichkeit täglich durchgeführt werden. Neben der bereits vorgestellten exzentrischen Trainingsmethode kann ein einfaches Fersenheben die Wadenmuskulatur ebenso stärken und Achillessehnenbeschwerden vorbeugen. Die Beine sind hierbei leicht gegrätscht, die Knie ein wenig gebeugt. Anschließend hebt und senkt man gleichzeitig beide Fersen, was zu einer Stärkung der Wadenmuskulatur führt. Eine vollständige Übung sollte aus drei Sätzen zu je 15-20 Wiederholungen bestehen. Zusätzlich kann man für eine Trainingsintensivierung sein Eigengewicht erhöhen, beispielsweise mit Hanteln. Ergänzend dazu sorgen folgende Dehnübungen für eine größere Elastizität der Wadenmuskulatur.

1)    Man stellt sich in Schrittposition vor einer Wand, das vordere Bein ist leicht gebeugt, das hintere gestreckt und die Hände stützen sich an die Wand. Das Gewicht des hinteren Beines liegt zunächst auf den Fußballen. Nun allmählich das Körpergewicht nach vorne verlagern. Während das Knie des hinteren Beines durchgehend gestreckt ist, die Ferse langsam vollständig absetzen. In dieser Position 20 Sekunden bleiben und die Übung etwa zehn Mal wiederholen.

2)    Ausgangsposition ist der Stand, wobei man sich vor einer unbeweglichen senkrechten Fläche positioniert. Nun den Vorderfuß eines Fußes in einen möglichst steilen Winkel an die senkrechte Fläche stellen, wobei die Ferse weiterhin den Boden berührt. Das Knie des vorderen Beines wird anschließend nach hinten gedrückt, während der Oberkörper langsam nach vorne gebeugt wird, bis eine Dehnung wahrgenommen wird. Für 20 Sekunden halten und dann das Bein wechseln. Die Übung mit beiden Beinen jeweils drei Mal durchführen.

3)    Zunächst in die Schrittstellung gehen, beide Arme über den Kopf nach oben strecken, quasi als Verlängerung des Rückens. Beide Füße stehen vollständig auf dem Boden, das hintere Bein gestreckt, das vordere leicht gebeugt. Hierauf die Ferse des gestreckten Beines vorsichtig nach hinten rücken, bis eine Dehnung zu spüren ist. Für 20 Sekunden halten und dann das Bein wechseln. Die Übung mit beiden Beinen jeweils drei Mal durchführen.

Laufschuhe nur mit professioneller Beratung kaufen: Während des Laufens wirken oft Kräfte des mehrfachen Körpergewichts auf die Achillessehnen Das Tragen des richtigen Schuhs ist also essentiell. Dabei bedeutet teuer nicht automatisch geeignet oder vorteilhaft. Eine umfassende Beratung in einem Fachgeschäft ist Voraussetzung für den Kauf des besten Schuhs. Wichtig ist, dass der Laufschuh den Fuß und die Beinmuskulatur bei deren Dämpfungs- und Stützfunktion lediglich assistiert, andernfalls verliert der Fuß zusehends seine Eigendynamik, was ihn anfälliger für Beschwerden macht.

Lebensdauer der Laufschuhe beachten: Selbst die besten Laufschuhe haben im wahrsten Sinne des Wortes ein Ablaufdatum. Die Sohle verändert sich und kann möglicherweise zu Fehlbelastungen führen. Daher raten Laufexperten sich nach etwa 500 bis maximal 1.000 gelaufenen Kilometern, abhängig von Modell und Körpergewicht, ein neues Paar zu leisten.

Optimierung des Laufstils: Um Achillessehnenprobleme schon im Keim zu ersticken, empfiehlt sich eine Analyse und Vervollkommnung  des eigenen Laufstils. Häufig ist hierbei eine Laufbandanalyse sinnvoll.

Training behutsam steigern: Ein häufiger Fauxpas von Freizeitsportlern ist die zu rache Steigerung der Trainingsintensivität, indem sie zu früh zu schnell laufen. Die kontinuierliche Überlastung kann schließlich Achillessehnenbeschwerden verursachen. Es erfordert aber eine gewisse Zeit, bis sich der Körper auf neue Reize einstellt, sodass man sein Training nur allmählich intensivieren und auf genügend Regenerationsphasen zwischen den Trainingseinheiten achten sollte.