Früh angekommen, um den Startnummernausgabestau zu vermeiden, habe ich mir das Startpaket (Goodie-bag) abgeholt und bin durch die Endurance Messe getrödelt.  Dort habe ich die verschiedene Angebote von den Firmen angeschaut und hatte sogar die Möglichkeit mit der Arne Gabius kurz ein Selfie zu machen.  So viele Angebote, so viele Produkte – ich wusste nicht wo ich anfangen sollte.  Ich musste auf jeden Fall kurz bei dem Wobenzym-plus-Stand vorbeigehen.  Dort gab es kostenlose Massageliegen, fachkompetente Mitarbeiter und Promotionsleute.  Ich musste von der Endurance Messe flüchten, bevor ich keine Zeit mehr für mich hatte.  Ab, zur Jugendherberge meine Laufsachen für den Marathon vorbereiten.

Checkliste wurde von mir entworfen: z.B. 5 Gels, Champions Chip, Startnummer, Wechselkleider, Handy usw.  Ich wollte unbedingt sicher  sein, dass ich alles hatte und dass alles einwandfrei klappt beim Marathon.

Es ist Sonntagmorgen um 6 Uhr.  Ich habe leider keine einzige Stunde geschlafen. War es die Aufregung,  dass ich bald meinen ersten Marathon laufen werde? – Eher nicht; es war wegen dem Club, der im Erdgeschoss der Jugendherberge beheimatet ist. Dieser hat bis 5 Uhr morgens auf –Argh!! Es war mir egal. Ich befand mich beim Point-of-No-Return.  Ich habe nicht soviel Zeit investiert, um den Lauf kurzfristig abzusagen.

Ich habe meine letzten Checks gemacht, Laufkleider angezogen, Champions-Chip an meinen Schnursenkel festgebunden und die Startnummer mit den Stecknadeln auch befestigt.  Jetzt war es soweit.  Von der Jugendherberge bin ich ca. 1 km zu Fuß zum Teilnehmerbereich gegangen.  Jetzt musste ich mir in den richtigen Startblock einordnen….ach….da ist er….Startblock L.  Und nun musste ich warten, bis es losging.

Es hat sich angefühlt, wie einer Ewigkeit, bevor es losging.  Ich musste ca. 20 min warten, bevor alle anderen Startblöcke gestartet sind.  Ich wollte nicht zu schnell starten, sonst hätte ich mich vielleicht ausgepowert.  Ich lief die erstes 30km in der geplanten Zeit.  Ich bin bei einer Menge von Zuschauer vorbei gelaufen…ab u. zu habe ich welche von den Zuschauern High Fives gegeben.  Die haben mich motiviert, weiter zu laufen, auch wenn ich schwere Beine hatte.  Ab KM 33 hatte ich ein bisschen Magen-Darm-Probleme gehabt.  Mit diesen habe ich nicht gerechnet. Durch die Toilettenpause verlor ich ungefähr 13 Minuten.

Ich bin wieder losgelaufen, aber die Beine waren noch schwerer. War es diese lange Toilettenpause? Bin die ersten 30km zu schnell gelaufen? Wer weiß es?  Nur noch 12,2km – dass schaffe ich noch,  habe ich mir gesagt.  Ab KM 35 hatte es angefangen richtig doll zu regnen.  OMG…weiter, hat ein Zuschauer geschrien…also bin ich weitergelaufen.  Als ich das Messegelände gesehen habe, habe ich mir gesagt, ich habe es nicht mehr so weit.  Jeder hat sein Tempo erhöht. Die wollten stark aussehen wenn sie im Ziel ankommen.  Und dann war es soweit – ich bin auch über die Ziellinie  gelaufen.  42,2 km in 4std. 19 min. und 21 Sek. Ich habe kurz geweint, weil ich mein Ziel, unter 4 Stunden den Marathon zu schaffen,  verpasst habe.  Letztendlich ich bin jedoch froh, einfach ein Finisher zu sein.