Unsere Marathon Novizen 2014 sind noch immer voller Begeisterung und lassen uns daran teilhaben: Hier zwei Erlebnisberichte aus München!

Von Novize Andreas Reetz
Siegestor! Noch 5 km! Jetzt habe ich es bis hierher geschafft, dann schaffe ich den Rest auch noch…

Dass es nicht einfach wird, war von vornherein klar. Dass es schwer wird, wenn man das Rennen zu schnell angeht, haben Robert Mücke und Susi Eger schon beim Auftakt-Wochenende in Regensburg erwähnt. Überhaupt war das Wochenende Auftakt eines tollen Gewinnes und sehr informationsreich. Lauf-Technik, Ernährung, Equipment, Trainingsplanung und -umfang, Rennvorbereitung, -verpflegung und -einteilung, über das alles wurde gesprochen. Dann gab es noch einen Laktat-Test, damit ein individueller Trainingsplan erarbeitet werden konnte. Zwischendurch immer mal wieder einen kurzen Lauf, ein paar Stabilisierungsübungen oder eine Dehn-Einheit. Das alles lief gut organisiert und professionell ab und das Wochenende verging wie im Flug.

Ausgerüstet mit meinen Pulswerten für die Grundausdauerbereiche 1 und 2 und den Entwicklungsbereich ging es danach ans Trainieren. Der Fokus lag auf der Verbesserung der Grundausdauer und des Grundtempos. Mein Trainingsplan wurde in enger Abstimmung mit Robert in 4-Wochen-Blöcken angepasst und lässt sich mit „lang und ruhig“, sowie „kurz und schnell“ beschreiben. Lauf-ABC gehörte genauso dazu wie Bahn-Training mit 400- und 800m-Läufen. Intervall-Einheiten mit bis zu 8 Minuten langen schnellen Abschnitten mit recht hoher Herzfrequenz haben mein Grundtempo deutlich verbessert und die langen Läufe bis 105 Minuten brachten Pluspunkte für meine Ausdauer.

München-Marathon, Halbmarathon, Start 14:00 Uhr, Startblock A, Zielzeit unter 01:45:00 – das krieg ich hin…

War auch im Training kein Problem. Bin ich im Urlaub schon gelaufen. Zum ersten mal in meinem Leben die Halbmarathondistanz – in 01:34:51. Das Training hat definitiv was gebracht: Anfang Mai bin ich meinen, bis dahin längsten Lauf über 15km, in 01:21:52 gelaufen. Sowas motiviert, zumal ich vom Verletzungspech nicht verschont geblieben bin. Nach 6 Wochen Training die erste Auszeit. Diagnose Muskelfaserriss – 2 Wochen Pause. Nach der Pause habe ich genau eine Woche trainieren können bevor mein Oberschenkel abermals verweigerte. Das hat mich dann nochmals 4 Wochen aus der Bahn geworfen, aber nicht vom Weg abgebracht.

Also, Wettkampfsituation. Da läufst du nochmal ganz anders als im Training und diese hüpfenden Ballons vom Pacemaker, die mit der 1:30 drauf, sind so nah. Da kann ich doch dranbleiben. Hab ich gedacht, hat nicht geklappt. Bei Kilometer 8 laufe ich schon hoch im Entwicklungsbereich. 197 zeigt die Puls-Uhr zwischenzeitlich. Zu hoch! Dabei hab ich doch schon Wettkampferfahrung gesammelt…
Wettkampfpremiere: Südfrankreich, 13.06.2014. Das sollte mein erster offizieller Lauf werden. 12,5km an der Mittelmeerküste. Dass das Ganze dann ein Trail wurde habe ich vorher nicht geahnt aber ich habe es trotzdem genossen und mein Rennen konstant durchgezogen. Ebenso den Stadtlauf in München.

Odeonsplatz! Ganz schön zäh jetzt. 11km sind geschafft aber jetzt heißt es erstmal Lächeln. Familie und Freunde stehen hier und wollen mir Schwung für die zweite Hälfte geben. Was die nächsten 5 Kilometer passiert, weiß ich nicht mehr. Blackout! Erst am Siegestor, Wendepunkt für den 10km-Lauf, wird mir wieder bewusst, wie weit ich schon gekommen bin – also durchhalten.

Leopoldstraße! Haufen Leute hier und gute Stimmung. Das treibt voran.

Franz-Joseph-Straße, Elisabethstraße – hier zieht es sich wieder ganz schön. Unsere Marathon-Kollegen haben in Berlin zu 100 Prozent gefinisht, also durchhalten. Kraft sollte reichen.
Schwere-Reiter-Straße – noch 3km. Die 10km-Novizen hatten hier auch schon das Gröbste hinter sich.

Ackermannstraße – hier sind wir gestern noch Laufen gewesen – gleich da! Den inneren Schweinehund, der vorhin noch einfach stehen bleiben wollte, mal wieder besiegt. Der hat die letzten Monate ganz schön leiden müssen.

Olympiapark – dort vorne steht Robert. Vorhin hat er noch gesagt „Wir sehen uns an der Strecke“ aber jetzt hat er nur Augen für das Mädel vor mir und übersieht mich. Ich selbst habe genug mit mir zu tun, um mich bemerkbar zu machen.

Das Stadion! Die letzten Kräfte werden frei und ich noch ein wenig schneller. Der Einlauf durch das Marathon-Tor und die 300m-Runde durch das Stadion sind einfach überwältigend. Als ich durchs Ziel laufe stehen 01:36:21 auf der Tafel.

Jetzt erstmal ein Wasser trinken und eine Banane essen, bevor ich mir ein alkoholfreies Weißbier gönne und auf die anderen beiden Mitstreiter warte, um sie auf den letzten Metern noch einmal zu pushen. Es dauert auch nicht lange und Ines und Andreas sind auch im Ziel.

Am Ende steht auf meiner Urkunde eine Nettozeit von 01:35:58 und ich bin zufrieden. In den letzten Monaten habe ich jede Menge Erfahrungen gesammelt und wunderbare Eindrücke gewonnen, tolle Menschen kennengelernt und mich selbst weiterentwickelt. Das Alles mit jeder Menge Spaß dabei. Und so soll es ja auch sein!

Von Novize Tobias Hermann
Meine Laufgeschichte im Vorfeld zu dieser Vorbereitung ist kurz. Erst in 2013 habe ich mit Laufen begonnen und daher habe ich nie damit gerechnet beim Gewinnspiel der Fit for Fun ausgewählt zu werden. Ich hatte mich für die 10 km Strecke beworben, längere Strecken waren bis dahin für mich nicht vorstellbar. Jetzt wollte ich zumindest über diese Distanz schneller werden und sie endlich unter einer Stunde schaffen.

Mit diesem Ziel ging es zum Vorbereitungswochenende nach Regensburg um dort von den Trainern Susi Eger und Robert Mücke auf unsere Ziele gedrillt zu werden. Das Wochenende war eine schmerzhafte Erfahrung für meine Muskeln, der Muskelkater hielt zwei Tage danch noch an. Aber es war toll die „Mitläufer“ kennenzulernen, sich auszutauschen und jede Menge Tipps für das weitere Training mit nach Hause zu nehmen. Eine Woche nach dem Vorbereitungswochenende erhielt ich den ersten Trainingsplan für die ersten Wochen. Das war natürlich was anderes als einfach mal alle paar Tage planlos durch die Gegend zu rennen. Die Trainingspläne setzten sich meist aus langen Läufen und unterschiedlich gestalteten Intervalleinheiten zusammen. Die schnellen Intervalle waren zu Anfang immer das Schwierigste für mich. Natürlich wurde das über die Wochen immer besser.

Im Juli hatte ich dann knapp zwei Wochen mit einer Erkältung zu kämpfen und an Training war in dieser Zeit leider nicht zu denken. Ein schwerer Rückschlag in der Vorbereitung. Nach Abklingen der Erkältung hielt mich nichts mehr zurück und ich wollte nach draußen und weiter trainieren. Leider kam ein neuer Rückschlag bereits eine Woche später. Ich zog mir eine Verletzung am linken Fuß zu und ich konnte ein Woche nur noch humpeln. Von den Trainern bekam ich die Anweisung erst wieder zu trainieren wenn der Alltag komplett schmerzfrei ist.

Diese Verletzung inklusive Trainingspause zog sich leider über mehrere Wochen hin. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl alles bisher erreicht wieder zu verlieren und erneut bei Stand vor dem Regensburg-Wochenende zu beginnen. Auch eine geplante Teilnahme an einem 6km-Wettkampf musste ich absagen.

Als ich das Training wieder aufnehmen konnte erhielt ich einen Trainingsplan der mir beim Wideraufbau des Trainings geholfen hat. Die Zeiten und Einheiten wurden langsam gesteigert und so konnte ich doch unerwartet schnell wieder an die Trainingserfolge anknüpfen. Die Distanz über 10 km unter einer Stunde zu laufen hatte ich aber leider im Training noch nie geschafft. Im September konnte ich endlich mal eine kleine Wettkampferfahrung sammeln. Bei einem 5km-Wettkampf hatte ich die Strecke mit 28:13 min absolviert. Ein Erfolgserlebnis, zumindest ein kleines. In den letzten Wochen vor dem München Marathon waren die Trainingseinheiten sehr intensiv. Nach langen Einheiten schmerzte mein Fuß auch wieder und Training an zwei Tagen hintereinander war nicht möglich. Mit einem Tag Pause zwischen den Laufeinheiten klappte es aber ganz gut.

Die Aufregung vor dem Lauf in München war groß. Ein Wettbewerb mit so vielen Teilnehmern hatte ich noch nie absolviert. Am Samstag vor dem Rennen gab es noch eine persönliche Trainingseinheit mit Robert Mücke, ein kurzer Lauf um die Beine für den nächsten Tag zu lockern. Dabei gab es die letzten Tipps für das Rennen und motivierende Worte. Das war die letzte, aber für mich eine der wichtigsten Trainingseinheiten.

Am morgen vor dem Rennen war die Anspannung groß und ich konnte es nicht mehr erwarten endlich an den Start zu gehen. Nach dem Startschuss war die Anspannung aber wie weggeflogen und es zählte nur noch das Rennen. Trotz der goßen Menschenmassen hat es sehr viel Spaß gemacht durch München zu laufen. Es war alles ganz toll organisiert, an der Strecke waren viele Zuschauer und dazu ein optimales Laufwetter. Alles hat gepasst und daher auch meine Zeit, nach 53:29 min war ich im Ziel. Zum ersten Mal unter einer Stunde und vor einer Traumkulisse, dem Münchener Olympiastadion. Für mich persönlich, ein großartiger Abschluss der „Lauftraum“-Vorbereitung. Ein großer Dank an die Trainer und Sponsoren, die dies ermöglich haben.