Exakt 6 Wochen nach meinem DNF bei der Transvulcania hieß es wieder Wettkampf. Zugegeben, ich war schon ein wenig nervös. Natürlich sind Distanz und Anstieg des Zugspitz Basetrails nicht ansatzweise vergleichbar mit dem des Ultras auf der Isla Bonita, aber es war eben mein erstes DNF, und irgendwie habe ich dennoch etwas daran zu knabbern gehabt.

Das Wetter an diesem Samstag Morgen verhieß nichts Gutes. Früh morgens ging es erstmal nach Grainau um noch vor 8 Uhr die Startunterlagen abzuholen. Kurz vor Garmisch auf der Autobahn kamen wir in einen so heftigen Regenguss, dass auch ich anfing mich über das Wetter aufzuregen. Mal ehrlich, wir haben Sommeranfang, und ich bin froh darüber meine Handschuhe mit dabei zu haben… irgendwie passt das nicht. Dennoch sollte ich später feststellen dass ein solches Wetter für mich nicht das schlechteste ist….

Nach einem kleinen Frühstück im Café direkt neben dem Start in Garmisch ging es in die Startaufstellung. Dann kam die Mitteilung, dass die Strecke aufgrund der Witterung verkürzt wird, und nun nur noch knapp 20 Km gelaufen werden müssen, und auch am positiven Aufstieg etwas fehlen wird. Ehrlich gesagt war ich darüber gar nicht so unglücklich. Ich wollte einfach schnell wieder im Ziel sein. Punkt 10:30 fiel der Startschuss. Wie gewohnt startete ich mal wieder richtig schnell (meistens etwas zu schnell). Somit lag ich die ersten Kilometer bis zu Beginn des Anstiegs mit Helmut Schiessl dem späteren Sieger aus dem Mammut Pro Team in Führung. Anfangs hab ich noch versucht an ihm dranzubleiben, musste aber feststellen, dass ich etwas rausnehmen musste, um mich nicht schon zu Beginn des Rennens aufzuarbeiten. Somit ließ ich im ersten Anstieg 4 Personen an mir passieren und lag auf Position 5. Das war mir zu dem Zeitpunkt nicht genau bewusst, aber ich wollte einfach versuchen den Abstand zum Vordermann im Anstieg nicht allzu groß werden zu lassen. Ich kam immer besser in den Tritt und fand einen guten Rhythmus.

Im letzten Anstieg traf ich den Gripmaster mit seiner Raincam – er gab mir dann durch, dass ich auf Position 5 liege und bis zum höchsten Punkt noch ca. 200 Hm fehlen. Das war Motivation genug. 200 Hm – der halbe Aufstieg eines Dötzenkopfs – da kann ich schon noch etwas Pulver verschießen und hab auch noch genug Körner für den Downhill. Also wechselte ich wieder aus dem Hiking in einen Laufstil und schaffte es erstaunlicherweise noch im Anstieg den 4.Platzierten zu kassieren. Tja, und dann lag nur noch der schön steile Downhill runter nach Grainau vor mir. Jetzt oder nie, hab ich mir gedacht. Nachdem ich die letzte Zeit viel am Downhill gearbeitet habe, und mich dort zunehmend sicherer fühle, ging es mit hohem Tempo los. Ich kam richtig gut in den Flow. Der Salomon Sense Ultra leistete ganze Arbeit – ein Schuh auf den ich mich mittlerweile sehr verlassen kann, und ein Schuh den ich auf kurzen und mittleren Trailruns einfach liebe. Auf dem letzten Drittel des Downhills begegnete ich ein par Wanderern, und erkundigte mich nach dem Abstand zu Platz 3. Sie sagten mir, dass er weit vorne läge, und somit nahm ich ab diesem Abschnitt Tempo raus, um nichts zu riskieren und sicher die Position ins Ziel zu laufen. Ich erreichte das Ziel mit einem Vorsprung auf Platz 5 von knappen 3 Minuten, ein Ergebnis, was mir Mut macht, und zeigt, dass mein Downhill-Laufen deutlich schneller und sicherer geworden ist. Am Ende hat es sogar noch für das Podium gereicht, nachdem ich in der Kategorie Men auf dem 3. Platz gelandet bin. Ich bin unglaublich happy über dieses Ergebnis, und es gibt mir einen richtigen Motivationsschub für die noch junge Saison. Erstaunlich ist für mich, dass ich ohne fokussiertes Training an den Start dieses Rennens gegangen bin. Die letzten Trainingswochen lief ich ohne Trainingsplan und einfach nach Lust und Laune. Der Kopf war frei und das Herz auch, eine nicht zu unterschätzende Basis für einen erfolgreichen Wettkampf.

Trailrun

Gratulation an dieser Stelle noch an den Sieger des Basetrails Helmut Schiessl und natürlich Hut ab vor der grandiosen Leistung von Michael Arend für den Sieg im Ultra.

Desweiteren, einen herzlichen Glückwunsch an meinen Trainingspartner Martin Neumann alias „die Gams“ für das erfolgreiche gute Finish im Ultra, und Daumen hoch für Manuel Jakob und Frank Hohenleitner für den guten Lauf beim Basetrail, bzw. Basetrail XL.

Ein Riesen Dankeschön von ganzem Herzen geht an die hervorragende Unterstützung von zu Hause – MarsEndurance wird zunehmend zum Team, und das bietet eine hervorragende Basis für eine gute Saison 🙂

Und natürlich zuletzt ein aufrichtiges Dankeschön für das Vertrauen und die Unterstützung von meinem Sponsor www.enzymkraft.de, an Nils Stelter von www.under-pressure-sox.de für die Bereitstellung der guten Kompression und www.jabra.com.de für den klaren Sound auf den Trainingsläufen und Vor-, sowie nach dem Wettkampf

Die Saison kann jetzt richtig beginnen – Ab Mittwoch geht Team MarsEndurance ins Trainingslager !

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden und wünsche euch gute Trainings und Wettkämpfe für die nächste Zeit!!

Bis Bald