Team-Mitglied Andreas Beseler geht wieder auf große Tour: Im Juni beginnt die „Besi & Friends“-Tour, die in 12 Etappen über insgesamt 1.773 Kilometer von Heidelberg nach Barcelona führt.
Im Vordergrund steht dabei nicht allein die sportliche Leistung, sondern die Spendenaktion für die Nathalie Todenhöfer-Stiftung. Diese Einrichtung unterstützt Menschen mit multipler Sklerose – eine Krankheit, die bei Besi selbst im Jahr 1992 diagnostiziert wurde. Wir haben ihn vor dem großen Start noch einmal kurz interviewt.

Besi, die nächste Mammut-Tour steht an, nachdem du im Jahr 2013 bereits eine Tour von 3.800 Kilometer durch Kanada gemacht hast. Erzähl uns doch zunächst vom letzten Jahr. Du bist selbst von multipler Sklerose betroffen – wie hast du die Tour 2013 erlebt, wie hat sie sich auf deinen Gesundheit ausgewirkt?

Gesundheitlich ging es mir gut. Kurz nach der Rückkehr habe ich bereits wieder an zwei Wettkämpfen teilgenommen, zwei Triathlonstaffeln. Unser Team wurde direkt Dritter in der Mixed-Staffel bei den Europameisterschaften Wiesbaden 70.3 und dann sogar Sieger beim Rodgau Triathlon. Tolle sportliche Erfolge also, aber im Kopf war ich noch gar nicht wirklich angekommen. Es war wie in einem Tunnel, alles unwirklich.

Was ist dir von der Kanada Tour am eindrücklichsten im Gedächtnis geblieben?

Die tolle Landschaft, die Einsamkeit und die Härte der Natur. Wir hatten eisige Kälte, brüllende Hitze, Regen und Sturm und zum Teil kaum richtige Wege. Aber insgesamt bleibt natürlich vor allem der Eindruck eines riesigen Erfolgs zurück. Auch die Spendensumme konnte sich sehen lassen – wir haben über 26.000 Euro für die Stiftung eingefahren.

Ein Erfolg, an den du mit der Barcelona-Tour anknüpfen möchtest. Diesmal fahren eine ganze Menge Leute mit dir…

Richtig, wir werden eine Gruppe von etwa 40 Leuten sein, die die ganze Tour mitmachen, und ein weitere Gruppe von 30-40 Leuten, die jeweils gewisse Etappen mitfahren.

Ein großer logostischer Aufwand – wie finanziert sich das? Und bleibt da am Ende auch noch etwas an Spendengeldern für die Stiftung übrig?

Sonst wäre es ja eine Lachnummer. Einen großen Teil der anfallenden Kosten decke ich über Sponsoring ab – Marken wie Wobenzym, die Teile der Kosten tragen, Sachspenden übernehmen oder logistische Aufgaben übernehmen. Jeder Teilnehmer zahlt außerdem 35,- pro Etappe. Und dann gibt es noch die Cent-Spenden-Aktion: Auf meiner Webseite kann sich jeder registrieren und über ein Formular einen Cent pro gefahrenem Kilometer spenden. Natürlich gerne auch mehr!

Was genau passiert mit den Spendengeldern?

Die gehen 1 zu 1 an die Nathalie Todenhöfer Stiftung und helfen dort, eine unheimlich wichtige Arbeit zu leisten. Multiple Sklerose kann jeden treffen, und niemand ist wirklich darauf vorbereitet. In der Folge werden beispielsweise Top-Leute im Beruf plötzlich zu Sozialhilfeempfängern. Viele Betroffene können sich Therapien nicht leisten. Da hilft die Nathalie Todenhöfer Stiftung dann ganz praktisch, übernimmt beispielsweise die Kosten für den rollstuhlgerechten Umbau der Küche oder weiteres.

Wer wird mit dir auf Tour sein?

Das ist ganz bunt gemischt – viele gesunde Leute fahren mit, aber auch weitere MS’ler und sogar ein Dialyse-Patient. Außerdem ein ARD-Kamerateam, dass die Tour dokumentiert. Der Film wird voraussichtlich an einem Sonntag im Oktober ausgestrahlt. Und am vierten Oktober treffen sich dann alle beim großen Abschlussfest wieder!

Wir drücken bis dahin die Daumen!

Weitere Infos zur Tour, zur Nathalie Todenhöfer Stiftung und wie man sich direkt beteiligen kann gibt es auf Besis Webseite www.rad-statt-rollstuhl.de