Aus dem Motivationsloch heraus zur Marathonbestzeit: Startplatzgewinnerin Bettina berichtet von „Ihrem“ München-Marathon.

Ich war mitten in einer Verletzungspause und damit verbunden in einem tiefen Motivationsloch, als ich über das Startplatz-Gewinnspiel von Wobenzym stolperte. Seit Wochen quälten mich hartnäckige Rückenschmerzen, die meine Triathlonsaison beendeten, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Niemals hätte ich in der Situation den Mut gehabt, mich für einen Marathon anzumelden. Aber ich dachte mir, ich mach da mal mit, wahrscheinlich gewinne ich sowieso nicht, und wenn doch, dann ist das eben ein Zeichen, dass ich jetzt doch noch schnell gesund werden und den
Marathon laufen soll.

Der Gewinn hat mich dann riesig gefreut und ich war bereit, den Wettkampf in Angriff zu nehmen.Es blieben nur noch ein paar Wochen zur Vorbereitung.

Tatsächlich ging es von da an bergauf und ich stand schließlich froh und munter und ohne Rückenschmerzen an der Startlinie.

Der München Marathon ist ein Heimspiel für mich. Die vielen Freunde auf und an der Strecke machen den Marathon für mich zu etwas Besonderem. So habe ich auch fast den Start etwas verschlafen, da ich mich vorher einfach verquatscht hatte und recht spät zur Startlinie kam. Der ursprüngliche Plan war, kurz vor dem 3:45-Pacemaker und seiner Gruppe zu starten. Das entsprach meiner geplanten Zielzeit von 3:39 – 3:45h. Allerdings kam ich nicht mehr so weit nach vorne. Die ersten Kilometer waren recht eng und das Überholen ging nur mühsam voran, bis ich bei km 6 dann endlich an dem 3:45er-Pulk vorbei war. Von da an hatte ich etwas mehr Platz zum Laufen und es fing an, Spaß zu machen. Ich schaute selten auf meine Uhr und lief einfach nach Gefühl. Das Wetter war herrlich. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Eigentlich etwas zu warm für einen Marathon, aber lieber so, als bei Mistwetter zu laufen. Auch für die Zuschauer war es so natürlich angenehmer.

Am Start hatte ich so viel Zeit verloren, dass ich mich von meiner 3:39 gleich verabschiedet hatte. Ich lief nun auf 3:42er-Kurs, womit ich auch völlig zufrieden war. Immer wieder standen bekannte Gesichter an der Strecke, die mich anfeuerten, was dazu führte, dass die Zeit wie im Fluge verging. Ab km 27 machte der Magen irgendwie zu, und ich konnte keine Kohlenhydrate mehr aufnehmen, weil ich keine Magenprobleme und Dixi-Stopps riskieren wollte. So wurde es hinten raus dann zäh, weil mir die Energie fehlte. Deutlich langsamer wurde ich aber trotzdem nicht – es fühlte sich lediglich anstrengender an als vorher. Der Zieleinlauf war dann wie immer ein tolles Erlebnis. Und selten hat mir eine Breze so gut geschmeckt, wie die im Ziel.

Ob ich den Marathon auch gelaufen wäre, wenn ich den Startplatz von Wobenzym nicht gewonnen hätte? Ich weiß es nicht. So fand aber meine Saison 2014 noch einen versöhnlichen Abschluss mit einer neuen Marathonbestzeit von 3:42h. Darüber bin ich sehr glücklich und dankbar.

DANKE WOBENZYM!