Andreas „Besi“ Beseler ist Initiator des Projekts „Rad statt Rollstuhl“. Vor etwa 20 Jahren wurde bei ihm multiple Sklerose festgestellt. Er selbst stellte bald fest, dass der Sport ihm besser half als manches Medikament: Triathlon-Vize-Europameister in der Mixed-Wertung ist nur einer seiner sportlichen Erfolge der letzten Jahre. Für dieses Jahr hat er ein besonderes Ziel: Mit dem Rad 3.000 KM durch Kanada fahren.

EnzymKraft: Vor 20 Jahren kam die Diagnose „multiple Sklerose“. Diese Nervenkrankheit bedeutet für viele Betroffene das Ende der Selbständigkeit. Dich beflügelte sie zu sportlichen Höchstleistungen. Wie kam es?

Andreas Beseler: Glück. Zunächst war ich am Boden zerstört und mein körperlicher Zustand verschlechterte sich zügig. Als ich mir im Sanitätshaus den Rollstuhl abholen sollte sagte der Verkäufer zu mir: Wollen Sie es nicht erst mal mit einem Gehstock versuchen? Das tat ich und bemerkte schnell, wie gut mir die Bewegung tat und wie sich mein Zustand dadurch verbesserte.

EK: Worum geht es bei deinem Projekt „Rad statt Rollstuhl“?

AB: Es geht um die Wirkung von Sport gegen multiple Sklerose. Mir hat er besser geholfen als so manches Medikament und ich kenne auch andere Betroffene, die durch professionell geleitetes Training aus dem Rollstuhl wieder raus gekommen sind. Mein Freundeskreis hat irgendwann zu mir gesagt: Mensch, Besi, geh doch mal an die Öffentlichkeit mit deinen Erfolgen! Also gründete ich „Rad statt Rollstuhl“ um eine öffentliche Plattform für mein Anliegen zu haben.

EK: Wie finanzierst du dich?

AB: Die Kosten für die Wettkämpfe trage ich selbst, Teile des Equipments und der Reisekosten werden von verschiedenen Sponsoren bezahlt. Ich sammle mit meinem Verein auch Spenden, die gehen aber zum größten Teil direkt an die Nathalie Todenhoefer Stiftung, die Multiple Sklerose Patienten unterstützt. Da wird großartige Arbeit geleistet, dich ich auf jeden Fall unterstützen will!

EK: Dieses Jahr planst du eine besonders bemerkenswerte Aktion…

AB: Ja, ich will mit dem Fahrrad 3.000 Kilometer durch Kanada fahren. Damit möchte ich Menschen mit multipler Sklerose oder anderen Krankheiten zeigen, dass man trotz allem sein Leben meistern und sich Lebensfreude erhalten kann!

EK: Wir wünschen dir viel Erfolg und freuen uns auf die weitere Berichterstattung.