EnzymKraft Team - Robert MückeSportcoach Robert Mücke ist der Mann, der unsere Marathon-Novizen erfolgreich auf den Berlin-Marathon vorbereitete und unserem Teammitglied Sascha dabei hilft, sich selbst zu quälen. Wir sprachen mit ihm über die Gefahren des Skisport, HIIT und das Sportjahr 2013.

 

EnzymKraft: Robert, wir kennen dich vor allem als Triathleten und Marathon-Läufer. Ist Wintersport eigentlich ein Thema für dich?

Robert Mücke: Ja, absolut! Ich betreibe sehr intensiv Skilanglauf  und trainiere oft auf Ski. Das ist die perfekte Ergänzung zu meinen Sommer-Aktivitäten.

 

EK: Perfekt – ich plane, Skifahren zu lernen. Worauf muss ich als Anfänger besonders achten?

RM: Skifahren wird hinsichtlich der körperlichen Belastung stark unterschätzt – nach dem Motto: Runter kommen alle wieder! Die Technik der Skier hat sich jedoch in den letzten Jahren dahingehend verändert hat, dass es immer leichter geworden ist, schnell zu fahren. Den auftretenden Kräften muß der Körper des Skifahrers allerdings auch etwas entgegensetzen können. Deshalb ist für den Skisport ein vorbereitendes Training und die körperliche Fitness genauso wichtig wie für jeden anderen Sport.  Das es hierbei oftmals mangelt, spiegelt sich in Verletzungsstatistiken wieder, in denen Hobby- und leistungsorientierte Skifahrer verglichen werden. Gezielte Vorbereitung ist also bereits im Herbst für jeden ratsam, der im Winter über die Piste „heizen“ will.“

 

EK: Danke für die Warnung. Aber irgendwie muss ja der Winterspeck runter! Was ist dein Tipp?

RM: Glaube nichts, was in den entsprechenden Zeitschriften erzählt wird! (Lacht) Ernsthaft – die Presse greift da jeden Hype auf, der geht. Zur Zeit wird zum Beispiel überall HIIT angepriesen: Hochintensives Intervall Training. Dabei wird der Körper relativ kurz einer relativ hohen Belastung ausgesetzt. Diese Trainingsform eignet sich für bestimmte Profi-Sportler, aber nicht für Laien, die abnehmen wollen und schon gar nicht um Fitness-Grundlagen zu legen.

EK: Aber ist HIIT nicht sehr effektiv?

RM: Man verbrennt zwar viele Kalorien, aber die Energie wird aus kurzfristig verfügbaren Quellen abgerufen, also direkt aus dem Körper gezogen und nicht aus den Fettpolstern. Je länger ein Training dauert, desto mehr Energie wird aus den Fettreserven gewonnen. Deshalb sind Marathonläufer auch selten Übergewichtig!

 

EK: Was kann ich tun, um den Frühling sportlich zu nutzen?

RM: Zunächst mal Vorsicht bei allgemein gehaltenen Trainingsplänen aus dem Internet oder aus Zeitschriften – so etwas sollte individuell und auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt sein. Ideal ist es sich von einem Profi beraten zu lassen. Wenn du anfängst, lass es lieber langsam angehen als dich zu überlasten und dann früh wieder aufzugeben. Gutes Training besteht grundsätzlich aus drei Elementen: Belastung, Erholung und Progression. Das bedeutet, es muss eine Steigerung stattfinden können.

 

EK: Apropos Steigerung – du betreust ja auch unser Teammitglied Sascha, der beschlossen hat, dieses Jahr sein Leben als Couchkartoffel zu beenden und den Laufsport in seinen Alltag zu integrieren. Was denkst du, wie macht er sich?

RM: Sascha ist so ein Paradebeispiel für einen, bei dem es einfach „Klick“ gemacht hat im Kopf und bei dem es jetzt läuft! Er wollte etwas in seinem Leben ändern und hat mit dem Laufen den richtigen Schlüssel hierfür gefunden. Er steigert kontinuierlich sein Pensum, fühlt sich dabei aber weniger angestrengt – da ist der Leistungszuwachs offensichtlich. Und ich muss ihm Respekt zollen für seinen Willen! So früh morgens oder abends wie er würde ich nicht trainieren! Wenn der auf dem Laufband steht, bin ich gerade in der dritten Tiefschlafphase.

 

EK: Keine Sorge, das holt er im Büro nach. Zum Abschluss noch eine Frage: Was werden für dich die sportlichen Highlights 2013?

RM: Tja, gute Frage – es gibt ja keine Großereignisse wie die olympischen Spiele oder ähnliches. Ich genieße die Skiweltmeisterschaften und freue mich auf die europäischen Fußballpokale oder die Leichtathletik Weltmeisterschaft. Aber ich glaube, es wird auch ein paar interessante Überraschungen in anderen Sportarten geben, mit denen jetzt noch keiner rechnet. So etwas passiert im Sport ja immer wieder.

EK: Wir bleiben gespannt. Danke für das Gespräch!