"Aktiv mit Morbus Bechterew leben". Was das für einen Familienvater bedeutet, der 10 Kilometer in unter 40 Minuten läuft, steht hier im Profil.

Beschreibe dich selbst in einem Satz

“Solange wir leben, kämpfen wir, solange wir kämpfen, ist es ein Zeichen, dass wir nicht unterlegen sind und der gute Geist in uns wohnt. Und wenn dich der Tod nicht als Sieger antrifft, soll er dich wenigstens als Kämpfer finden.”
Augustinus von Hippo

Was ist dein Sport?

Mein Leben ist ein Triathlon: Job - Familie - Laufen.

Wie bist Du dazu gekommen?

Ich war immer passionierter Sportler und seit meinem 14. Lebensjahr Marathonläufer. Anfang 20 begann mein Körper, nicht mehr mit zu machen. Durch die ständigen Schmerzen und die damit verbundene Niedergeschlagenheit war an einen normalen Alltag nicht zu denken. In Jahr 2002 haben die Ärzte gesagt ich werde nicht mehr laufen, aber seit 2008 laufe ich wieder.
Morbus Bechterew/ Rheuma bedeutet kein Sportverbot. Man sollte seinen Kreislauf stabilisieren, das Immunsystem stärken, Muskeln aufbauen.

Was begeistert dich an deinem Sport besonders?

Die Ablenkung, der Spaß. Beim Laufen kann ich meine Krankheit vergessen, das Kopf frei kriegen. Ich möchte aktiv mit Rheuma leben. Sport bedeutet für mich Lebensqualität.

Was war bisher dein größter sportlicher Erfolg?

Ich bin nach dem Reuhmaerkrankung zuruck zum Sport gekommen.
Die Ärzte haben mir gesagt, ich würde nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen könenn. Heute kann ich in unter 40 Minuten 10 km laufen.
Ich habe den Comrades Ultra Marathon und den Otter Trail of Africa beendet und bei einem Lauf durch Europa teilgenommen: 3600km.

Was ist dein nächstes großes Ziel?

Leben mit Morbus Bechterew geht nicht nach Master Plan. Ich habe das Glück, dass ich durch die moderne Medizin und dank der vielen Leute, die mich unterstützen,meinen Sport auf diesem Niveau ausüben kann. Ich mache Wettkämpfe um Freunde zu treffen. Meine Ziele dürfen nicht die Familie zerstören, ich möchte nur aktiv mit Rheuma leben.

Was motiviert dich?

Jeden Tag die gleiche Frage: Wer ist stärker? Ich oder Morbus Bechterew. Kopf oder Körper.

Hast du ein Motto oder eine Philosophie?

„Jeden Morgen erwacht in Afrika eine Gazelle mit dem Wissen, dass sie dem schnellsten Löwen entkommen muss, damit sie nicht getötet wird. Jeden Morgen erwacht in Afrika ein Löwe mit dem Wissen, dass er schneller sein muss als die langsamste Gazelle, damit er nicht verhungert. Ganz gleich ob Du Gazelle oder Löwe bist: bevor die Sonne aufgeht, wärst Du besser schon losgerannt.“

Wie viele Trainings-Einheiten umfasst eine normale Woche bei Dir und wie sehen die aus?

Morbus Bechterew bedeutet jeden Tag zu kämpfen. Jeden Tag “Training”. Allerdings kann ich oft eine Woche nichts machen! Ich sitze dann in der Sauna oder mache Aquajogging, mehr geht nicht. Aber prinzipiell: Nicht mehr als 90 Minuten pro Tag und nicht mehr als 90 km pro Woche. Man darf das Immunsystem nicht zu sehr belasten.

Was ist dein Tipp für diejenigen, die deinen Sport in ihren Alltag integrieren möchten?

Bei Laufen geht nicht um das Erreichen der maximalen Lauf-Leistung oder die beste Zeit - sondern in erster Linie um ein gesunder Lebensstil und ganz viel Spaß! Jede Ultra Marathon (jeder Training) beginnt mit dem ersten Schritt.

Was ist dein „Sport-Snack“?

Ich liebe Pesto und Lahmacun.

Hast du selbst Erfahrungen mit Wobenzym?

Ich habe ein Schmerzmittel gesucht, dass dem Körper nicht schadet. So habe ich Wobenzym entdeckt